Geht ein Kundenauftrag in Ihrem ERP-System ein, sind alle zur Auftragsabwicklung notwendigen Informationen bereits vorhanden: Lieferadresse, Positionen, Gewichte und das zugesagte Lieferdatum. Sobald jedoch eine Lieferung ausgelöst wird, endet die Rolle des Systems. Ihr Team druckt einen Lieferschein, wählt ein Transportunternehmen aus einer Dropdown-Liste aus und markiert den Auftrag als versandt – obwohl die Sendung noch bei niemandem gebucht wurde.

Anschließend muss jemand ein Carrier-Portal öffnen, die Adresse eingeben, die Sendung buchen und die Sendungsnummer manuell ins ERP übertragen. Die nächste Sendung wird genauso abgewickelt – nur über ein anderes Portal.

So funktioniert der Versand in den meisten Fertigungsunternehmen: teils im ERP, teils außerhalb. Wie weit Ihr ERP den Prozess abdeckt, hängt vom eingesetzten System, seinem Hosting-Modell und davon ab, was bei einer Migration auf eine neue Version passiert.


Was das Versandmodul Ihres ERP-Systems leistet – und wo es aufhört

Das Versandmodul in Ihrem ERP-System ist dafür ausgelegt, Lieferungen zu erfassen. Es weist ein Transportunternehmen zu, druckt einen Lieferschein und markiert den Auftrag als versandt. Wenn Sie Inlandspakete mit ein oder zwei Transportdienstleistern versenden, kann das ausreichen.

Entwickelt wurde es jedoch nie dafür, vor der Buchung Live-Tarife verschiedener Frachtführer zu vergleichen, direkt bei Transportunternehmen zu buchen, Tracking-Daten automatisch abzurufen oder Frachtabrechnungen mit vereinbarten Tarifen abzugleichen. Auch Ihr ERP-Anbieter plant nicht, diese Funktionen zu entwickeln – Carrier-Konnektivität war nie Teil seines Produktangebots. Die Lücken beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel ERP vs. TMS.


Drei Wege, den Versand in Ihr ERP zu integrieren

Wenn das native Modul nicht mehr ausreicht, entscheiden sich Teams in der Regel für eine von drei Optionen.

  • Das native Modul weiter nutzen. Zuweisung, Druck und Versandmeldung bleiben im ERP. Alles Weitere geschieht manuell in den Carrier-Portalen. Diese Option erfordert keinen Einrichtungsaufwand, verursacht aber hohe laufende Kosten: Minuten, die pro Sendung verloren gehen, und Fehler, die erst bemerkt werden, wenn ein Kunde anruft.
  • Für jeden Frachtführer ein eigenes Plugin installieren. Eines für DHL, eines für DSV, eines für den regionalen Transportdienstleister. Jedes funktioniert gut – bis der Frachtführer seine API ändert. Dann liegt das Problem bei Ihnen. Mit fünf Frachtführern müssen Sie fünf Integrationen pflegen, fünf Datenformate im Blick behalten und fünf Support-Kontakte verwalten.
  • Eine Versandschicht über dem ERP einrichten. Das ERP wird mit einer Plattform verbunden, die alle Transportunternehmen unterstützt – und von da an wird nur noch eine einzige Verbindung gepflegt. Einen neuen Frachtführer hinzuzufügen ist dann eine Frage der Konfiguration oder einer Anfrage an den Anbieter, kein eigenes Projekt mehr.


Wie sich der ERP-Versand je Plattform unterscheidet

Dieselbe Sendung wird je nach eingesetztem ERP-System unterschiedlich abgewickelt. Die folgende Tabelle zeigt, wie das bei den Systemen variiert, die die meisten europäischen Fertigungsunternehmen einsetzen:

ERP

Was das Versandmodul abdeckt

Wo es aufhört

Mit einer Versandschicht

Microsoft Dynamics 365 (BC / F&O)

Business Central: Spediteure, Dienste und Lieferscheine. F&O ergänzt ein Transportmanagement-Modul.

Buchung und Tarifvergleich sind nicht im Lieferumfang enthalten, und das F&O-Modul ist für sich genommen bereits ein Projekt. Die meisten mittelständischen Fertigungsunternehmen empfinden es als zu komplex.

Vorgefertigte Konnektoren für BC und F&O. Die Carrier-Seite liegt außerhalb des ERP, und die Verbindung basiert auf Konfiguration statt auf individueller Entwicklung.

SAP

Das grundlegende Lieferdokument; ein umfangreiches Transportmodul existiert, richtet sich jedoch an Großunternehmen.

Die meisten Fertigungsunternehmen aktivieren das Transportmodul nie. Wer ECC einsetzt, wird irgendwann migrieren müssen (siehe Hinweis unten).

Anbindung per API oder gesichertem Dateiaustauch – unabhängig davon, ob Ihr SAP in der Cloud oder on-premises betrieben wird.

NetSuite

Eine einheitliche, cloudbasierte Datenbasis für Aufträge, Lagerbestände und Finanzen.

Die native Carrier-Unterstützung ist eher auf den Paketversand ausgerichtet. Multimodaler Frachtversand über LTL und FTL war nie wirklich ihr Anwendungsbereich.

Eine einzige Integration verbindet alle Transportunternehmen. SomnoMed reduzierte die tägliche Etikettenerstellung in Frankreich von 90 auf 20 Minuten und rollte das Setup anschließend in seinen anderen europäischen Standorten aus.

Odoo

Erschwinglich und flexibel, mit Lieferkonnektoren, die hauptsächlich auf Paketdienstleister ausgerichtet sind.

Die Lücken zeigen sich, sobald Paletten und gemischte Fracht über eine echte Carrier-Liste abgewickelt werden.

Ein vorgefertigter Cargoson-Konnektor ermöglicht es, den Versand zu skalieren, ohne für jeden Frachtführer ein eigenes Plugin zu pflegen.

Monitor

Produktionsplanung, MRP und Fertigungssteuerung.

Multicarrier-Versand war nie der eigentliche Zweck des Systems.

Eine saubere Ergänzung durch eine übergeordnete Schicht, die Tarife, Buchung, Etiketten und Tracking übernimmt und die Kosten an Monitor zurückmeldet.


Cloud vs. On-Premises: Was sich für den Versand ändert

Wenn Ihr ERP in der Cloud betrieben wird, ergeben sich zwei wesentliche Änderungen.

  • Der Anbieter bestimmt den Release-Rhythmus. Neue Versionen erscheinen nach seinem Zeitplan, nicht nach Ihrem. Wer Ihre Versandanbindung pflegt, muss daher jeden Release im Blick behalten. Klären Sie vor Vertragsabschluss, wer für die Kompatibilität verantwortlich ist.
  • Das Etikett muss weiterhin an der Packstation gedruckt werden. Unabhängig davon, ob das ERP cloudbasiert ist oder nicht, benötigt jemand am Ladebereich das richtige Etikett und das Frachtdokument. Das Versand-Setup muss diese Informationen an einen lokalen Drucker weiterleiten, ohne für jeden Frachtführer einen eigenen Workflow zu erfordern.


Was bei einer ERP-Migration mit Ihrem Versand passiert

Anders sieht es aus, wenn Ihre Carrier-Verträge, Versandregeln, Etiketten und das Tracking in einer separaten Schicht außerhalb des ERP liegen. Dann bedeutet eine Migration lediglich, eine einzige Verbindung neu auszurichten – statt die gesamte Carrier-Arbeit von Grund auf zu wiederholen.

Stokker, ein Großhändler für Werkzeuge und Maschinen, stand vor genau diesem Problem, als das Unternehmen auf ein neues ERP wechselte. Anstatt die Integrationen mit jedem Transportdienstleister einzeln neu aufzubauen, verband Stokker alle über Cargoson – und reduzierte den Einrichtungsaufwand von Wochen auf Minuten. Heute wickelt das Unternehmen 15.000 Sendungen pro Monat mit nur zwei Mitarbeitern ab.


Wer langfristig für den ERP-Versand verantwortlich ist

Die Integration des ERP-Versands ist keine einmalige Einrichtung. ERP-Systeme werden aktualisiert. Frachtführer ändern Etikettenformate, Service-Codes und API-Versionen nach eigenem Zeitplan – ohne Rücksprache mit Ihnen. Und die Person, die weiß, welches Passwort zu welchem Portal gehört, verlässt das Unternehmen irgendwann.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, ob die Verbindung funktioniert, sondern wer sie dauerhaft am Laufen hält. Bei einer Versandschicht pflegt der Anbieter die Carrier-Verbindungen zentral. Ändert ein Frachtführer seine API, ist es Aufgabe des Anbieters, das zu beheben – kein Change Request gegen Ihr ERP. Bei Cargoson ist die Carrier-Konnektivität Teil des Produkts, kein kostenpflichtiges Extra. Und wenn Sie mit einem Transportunternehmen arbeiten, das noch nicht angebunden ist, stellt Cargoson die Verbindung ohne zusätzliche Kosten her.


Der integrierte Ansatz – und wo Sie tiefer einsteigen können

Ihr ERP-System verwaltet den Auftrag. Eine darüber liegende Versandschicht übernimmt den Transport: Live-Tarife Ihrer Frachtführer, Buchung, Etiketten und Dokumente, Tracking und Frachtkosten – damit die Finanzdaten vollständig bleiben. Ihr Team muss eine Sendung nur einmal erfassen, und das nicht über ein Portal.

Unser Leitfaden zur TMS-ERP-Integration erklärt, wie diese Daten fließen und welche Fragen Sie jedem Anbieter vor einer Entscheidung stellen sollten. Ob Ihr ERP-Modul für sich allein ausreicht, behandelt der Artikel ERP vs. TMS. Der vorliegende Beitrag beschreibt dieselbe Schicht aus der Perspektive Ihres ERP-Systems.

Cargoson ist ausschließlich für Versender, Fertigungsunternehmen und Großhändler entwickelt – nicht für Frachtführer oder 3PLs. Jede Funktion ist darauf ausgelegt, ein konkretes Problem eines Logistikteams zu lösen, nicht das eines Spediteurs. Da die Plattform unabhängig und nicht im Besitz eines Frachtführers ist, bleiben die von Ihnen ausgehandelten Tarife Ihre eigenen. Cargoson bietet vorgefertigte Konnektoren für Microsoft Dynamics, Dynamics 365 F&O, NetSuite und Odoo und ist über direkte API- und EDI-Integrationen mit mehr als 2.000 Transportunternehmen verbunden. Die Preise beginnen bei 199 € pro Monat – ein Bruchteil dessen, was ein klassisches Enterprise-Rollout kostet. Und falls Sie kein großes IT-Team haben: Der Support ist der Aspekt, den unsere Kunden in Bewertungen am höchsten einschätzen.


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